Polens Schande – nicht die Umdeutung, sondern die Wahrheit erschreckt!

Veröffentlicht auf von Deutsche Wahrheit

von Michael Grandt

Polen versucht sich durch den Streit um Erika Steinbach in innerdeutsche Angelegenheiten einzumischen und lenkt von seiner eigenen Verantwortung ab. Dürfen Deutsche nicht ihrer Opfer gedenken?

Schon die Konzeption des »Zentrum gegen Vertreibungen« sorgte in Polen für Missstimmung, als dürften wir Deutsche nicht auch unserer vielen Millionen Opfer gedenken.

Es ist schier unglaublich, mit welcher Arroganz und Dreistigkeit sich Polen derzeit in innerdeutsche Angelegenheiten einmischt: Es geht um den seit Wochen diskutierten Sitz von Erika Steinbach (Bund der Vertriebenen; BdV) im Beirat der Stiftung »Zentrum gegen Vertreibungen.« Wohlgemerkt, eine deutsche Stiftung! Der Sitz bleibt nun vorerst frei; die Polen haben ihr Ziel also nicht erreicht. Aber die Vorgeschichte stimmt nachdenklich.

Deutschland wird immer noch gegängelt und bevormundet

Das Präsidium des BdV hatte Frau Steinbach im Januar ihre Nominierung für einen der drei Sitze bestätigt. Seither läuft Polen Amok und die Eskalation wurde sogar zu einer außerpolitischen Affäre.

Seit Kriegsende sind wir Deutschen ja gewohnt, von den sogenannten »Siegermächten« gegängelt und bevormundet zu werden, was sich im Politikalltag auch heute noch fast täglich bestätigt. Mit gesenktem Haupt nur dürfen wir unsere Stimme erheben, wenn es um die Zeit zwischen 1914 und 1945 geht.

Sind deutsche Politiker Nestbeschmutzer?

Ich kenne kein Beispiel in der Geschichte, in der sich Deutschland so sehr in innerpolnische Angelegenheiten eingemischt hat, wie das aktuell die polnische Regierung tut. Die Polen wollen um jeden Preis verhindern, dass Frau Steinbach, die sie auch als »Blonde Bestie« beschreiben, in den Beirat einer deutschen Vertriebenenstiftung kommt. Aber eigentlich geht sie das gar nichts an!

 

Schon zur »Ära Schröder« lieferten polnische Zeitungen bemerkenswerte Beiträge zur Völkerverständigung …

Man kann zu Frau Steinbach stehen, wie man will, aber diese arrogante und unverschämte Einmischung in die inneren Angelegenheiten des souveränen (ist er das wirklich?) Staates Bundesrepublik Deutschland ist ein Skandal. Aber anstatt unsere Volksvertreter dagegen protestieren, tun sie das, was sie seit Kriegsende tun: Kopf senken und das eigene Nest beschmutzen.

Massive Polen-Animosität

Wenn schon nicht die Politiker auf der Seite der deutschen Vertreibungsopfer stehen, scheinen es jedenfalls die Bürger zu tun, denn ihre Reaktionen gegenüber Frau Steinbach geben einen Teil der Stimmung wieder: »Aktuell habe ich aus den E-Mails und Briefen, die mich erreichen, den Eindruck, dass sich in Deutschland eine massive Polen-Animosität breitgemacht hat«, sagte sie in einem Interview in der Welt am Sonntag..

In Polen heißt es, vom Zweiten Weltkrieg blieben am Ende nur der Holocaust und die Vertreibung der Deutschen in Erinnerung. Dazu Erika Steinbach in ihrem Interview: »Ich halte das nicht für den wahren Grund. Offenkundig passt es vielen nicht, dass wir das dokumentieren wollen, was wirklich geschehen ist. Dazu gehört, dass Polen lange vor der Potsdamer Konferenz mit der Vertreibung begann und nach 1945 noch mindestens drei Jahre lang Deutsche in 1.500 (1) Lagern einpferchte, beispielsweise in Lamsdorf. Nicht die Umdeutung, sondern die Wahrheit erschreckt dort.«

Polens Schande

Mit dem massiven Angriff und Eingriff in die Abläufe eines anderen Staates wollen die Polen wohl vor ihrer eigenen Verantwortung ablenken. Ausgerechnet die Polen mokieren sich, ein Land, das bereits seit 1919 bzw. 1921 eine aggressive Außenpolitik betrieb und zum Beispiel 1918 Posen mit Waffengewalt besetzte, das versuchte Westpreußen zu erobern, 1919 Ostgalizien und Ostlitauen überfiel, 1920 in die Ukraine und in das tschechische Olsa-Gebiet einfiel, 1938 sechs slowakische Grenzkreise besetzte und die deutsche Minderheit in Polen seit 1921 misshandelte, was nachweislich dokumentiert ist. Das wurde sogar vom Ausland bestätigt. So schrieb der britische Botschafter Nevile Henderson am 16. August 1939 an seine Regierung: »Wenn ein Waffenstillstand bewahrt werden soll – und dies ist die letzte Hoffnung –, dann muss die Misshandlung der deutschen Minderheiten in Polen beendet werden.«

Aber die Polen gingen nicht nur gegen die Deutschen vor, auch andere Minderheiten wurden angegriffen. Der Manchaster Guardian berichtete bereits am 17. Januar 1930: »Die Ukraine ist unter der polnischen Herrschaft zur Hölle geworden. Von Weißrussland kann man dasselbe mit noch größerem Recht sagen. Das Ziel der polnischen Politik ist das Verschwinden der nationalen Minderheiten, auf dem Papier und in der Wirklichkeit.« Und am 24. Dezember 1931: »Der polnische Terror in der Ukraine ist heute schlimmer als alles andere in Europa.«

Ganz zu schweigen davon, dass die Polen nach dem Krieg Konzentrationslager für Deutsche aufrechterhielten, in denen Tausende umkamen. In meinem Buch Das Hitler Tribunal (Band II) dokumentiere ich auf vielen hundert Seiten, wie Polen – schon lange vor Hitler – die deutsche Minderheit terrorisierte und mittels einer imperialistischen Politik ein neues »Groß-Polen« erschaffen wollte. Nicht zuletzt auch daran scheiterten die Friedensbemühungen der Briten im Jahre 1939, was unweigerlich zum Zweiten Weltkrieg führte. Will die polnische Regierung also nur von ihrer eigenen Verantwortung ablenken?

20 Millionen Vertriebene, 2,8 Millionen Tote: Der Genozid an den Deutschen

Von der historischen Forschung wird heute allgemein eine Zahl von über 16,5 Millionen Deutschen für die Vertreibungs- und Deportationsgebiete in Ostdeutschland, Ost- und Südeuropa (ohne die Sowjetunion in den Grenzen von 1937) angenommen. Davon entfallen auf das deutsche Reichsgebiet von 1937 9,29 Millionen und auf Danzig, Memel, Sudetenland und andere Regionen etwa 7,25 Millionen. Zählt man die vertriebenen Russland-Deutschen und die zugezogenen Deutschen aus den westlichen und mittleren Landesteilen dazu, kommt man auf etwa 20 Millionen Menschen, die sich in den Vertreibungs- und Deportationsgebieten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges aufgehalten haben.

 

Um die Vertreibungsopfer und Nachkriegsverluste zu ermitteln, hat das Statistische Bundesamt alle Kriegsverluste (das sind gefallene Soldaten, Bombenopfer, usw.) aus den Bevölkerungsbilanzen eliminiert und ist zu folgenden Zahlen gekommen: Die gesamten Vertreibungs- und Deportationsverluste der deutschen Zivilbevölkerung beliefen sich auf 2,8 Millionen Tote! (2) Selbstverständlich wird diese Zahl, die immerhin in den 1950er-Jahren vom Statistischen Bundesamt ermittelt wurde, heute von manchen Political-correctness-»Pseudo«-Historikern angezweifelt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

Es ist aber endlich an der Zeit, dass unsere gewählten »Bürgervertreter« diesen schrecklichen Teil unserer deutschen Geschichte dauerhaft im Bewusstsein ihrer eigenen Nation verankern, und damit etwas tun, wovor sie seit über 60 Jahren aus Angst und Politcal-correctness-Denken zurückschrecken. Es muss getan werden, auch wenn Polen dagegen ist!

Ich selbst habe das moralische Recht, meine Stimme zu erheben, denn ich bin der Sohn von Vertriebenen, deren eine Hälfte der Familie erschossen, vergewaltigt und jahrelang in einem Flüchtlingslager gehalten wurde, darunter auch kleine Kinder.
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(1) Das Statistische Bundesamt zählte 1.255 Lager allein im polnischen Verwaltungsbereich und 227 Gefängnissen, in denen Gewalttaten an Deutschen begangen wurden.

(2) Statistisches Bundesamt: Die deutschen Vertreibungsverluste, Wiesbaden 1958; Bundesministerium für Vertriebene: Die Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa, Bonn 1953–1962; Arbeitsbericht des Kirchlichen Suchdienstes, 1980; Dokumentation der Vertreibung.

 

Quelle: info.kopp-verlag.de/news/polens-schande-nicht-die-umdeutung-sondern-die-wahrheit-erschreckt.html

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