Der krampfhafte Versuch, eine unrichtige Zeitgeschichts-Schreibung aufrechtzuerhalten

Veröffentlicht auf von Deutsche Wahrheit

von Thomas Mehner

Deutschland war im Zweiten Weltkrieg meilenweit von einem laufenden Atomreaktor entfernt. An eine nukleare Waffe war nicht zu denken und die Amerikaner irrten sich in Bezug auf ein solches deutsches Waffensystem total – so die (erneuten falschen) Schlussfolgerungen deutscher Qualitätsmedien, die jüngst zu lesen waren, nachdem zwei deutsche Uranmetallproben aus den 1940er-Jahren durch das Institut für Transurane (ITU), Karlsruhe, untersucht worden waren.

Vor einigen Tagen war bei Spiegel Online (1) oder auch bei Welt Online (2) zu lesen – und der Bericht wurde von anderen (Qualitäts-)Medien übernommen –, dass man anhand von Untersuchungen an Relikten des einstigen, bei Kriegsende im Aufbau befindlichen »Atomreaktors« in Haigerloch sowie anhand einer bereits früher hergestellten Uranmetallplatte nunmehr den wissenschaftlichen Nachweis erbracht habe, dass das deutsche Atomwaffenprojekt quasi ein Hirngespinst amerikanischer Institutionen gewesen sei. Der Reaktor in Haigerloch sei niemals kritisch geworden; genauso wenig deute die Untersuchung einer bereits früher hergestellten Uranmetallplatte darauf hin, dass Plutonium produziert werden konnte.

 

Die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse an sich (und nur diese) sind nicht zu kritisieren.

Was dann aber Spiegel Online und andere daraus machten, war erstaunlich – und ist allemal geeignet, Kritik hervorzurufen und hinterfragt zu werden. Die eben genannte Internetquelle ließ gleich zu Beginn ihres Artikels wissen: »Karlsruher Forscher haben neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie weit das Atomprogramm des Dritten Reichs wirklich fortgeschritten war. Uranproben aus dem letzten Labor erzählen die erstaunliche Geschichte des Projekts – die USA lagen in ihrer Einschätzung über Hitlers Wissenschaftler falsch.« (Hervorhebung durch den Autor)

Interessant: Zwei winzige Materialproben gaben Aufschluss darüber, dass der Stand der Dinge im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite also derjenige war, den die Establishment-Historiker schon immer postuliert hatten. Welche Schmach für die amerikanischen Geheimdienste! Diese hatten, folgt man der Spiegel-Online-Deutung, also auf Basis eines Gerüchts von der deutschen Atomwaffe ihr irrsinniges eigenes Projekt zum Bau einer amerikanischen Atombombe – das so bezeichnete Manhattan District Project – aus dem Boden gestampft und dafür eine gewaltige Summe ausgegeben sowie zahllose Ressourcen verplempert. Wie schrecklich dumm, wie unqualifiziert!

 

Aber ernsthaft: So einfach ist die Sache keineswegs. Was beweisen die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse wirklich? Sie zeigen nur, dass das Atomlabor in Haigerloch keinen kritisch gewordenen Reaktor beinhaltete und dass auch die Uranmetallplatte, die um 1940 hergestellt worden sein soll, keinem Prozess ausgesetzt war, bei dem man von einer Kritikalität sprechen kann. Das ist alles.

Bemerkenswert ist, dass vonseiten der Medien immer noch und immer nur auf die Heisenberg-Gruppe bzw. auf die Forschungen beim Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) Bezug genommen wird, um ja nicht andere, zwischenzeitlich bekanntgewordene Informationen in die Betrachtungen einbeziehen zu müssen, wobei mittlerweile offensichtlich ist, dass Heisenberg als Theoretiker eine völlig untergeordnete Rolle spielte. Sein Projekt in Haigerloch war die für die Alliierten gedachte Ablenkung: unfertig, unbedeutend, irreführend. Die »Bombe« wurde von anderen Experten realisiert, deren Namen teils unbekannt blieben, teils heute so gut wie vergessen sind. Im Übrigen: Was ist mit dem Versuchsreaktor in Gottow bei Berlin, was ist mit dem von Stadtilm, was ist mit anderen (in Thüringen) gelegenen Standorten, die einer genauen Betrachtung und Untersuchung unterzogen werden müssten? Warum wird der Gruppe um Dr. Diebner, der in Gottow und Thüringen arbeitete bzw. arbeiten ließ, so wenig Beachtung geschenkt? Weshalb interessiert sich niemand für die mit der deutschen Atomforschung und der Atomwaffe verbundenen Projekte, die durch die Großindustrie realisiert wurden, beispielsweise bei Skoda, das seinerzeit zum Krupp-Konzern gehörte? Wieso recherchiert kein Vertreter der Qualitätsmedien zu den Arbeiten der Deutschen Reichspost unter ihrem Minister Dr. Ohnesorge, der selbst ausgebildeter Physiker war und ab spätestens 1943 mit Reichsführer SS Heinrich Himmler und dessen Schutzstaffel daran arbeitete, die Atomwaffe zu realisieren? Weshalb wurden Nachforschungen (Bohrungen) im Bereich des thüringischen Jonastals und eines Gebietes westlich von Arnstadt blockiert, indem man das Gebiet mit Wirkung vom Dezember 2007 zur Trinkwasserschutzzone, Stufe 2, machte, woraufhin derartige Explorationen unterbleiben mussten?

 

Die Vertreter des Qualitätsjournalismus wischen solche Fragen mit einer Handbewegung weg, sprechen nur von »Gerüchten«, offenbar weil sie ahnen, dass sie selbst seit Jahrzehnten der Desinformation der Alliierten aufgesessen sind. Kritisch denkende Zeitgenossen wissen allerdings, dass die Reaktion der Journalisten ein reiner Schutzmechanismus ist, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn die Establishment-Vertreter – und die meisten Journalisten gehören mittlerweile dazu – befürchten müssen, dass ihr Weltbild Risse bekommen könnte. Es geht schon längst nicht mehr um das Suchen nach der Wahrheit; es geht nur noch darum, dem politischen System nützliche Standpunkte und »Gewissheiten« zu konservieren und ja nicht irgendwo anzuecken, wenn man weiter Karriere machen möchte. Alles muss politisch korrekt sein, was mich, mit Verlaub gesagt, stark an DDR-Zeiten erinnert, wo »ein klarer Klassenstandpunkt« gefordert wurde und andere Meinungen als umstürzlerisch galten. Freilich merkt der interessierte Bürger letztlich den Betrug und spricht in Bezug auf den deutschen Journalismus zu Recht immer häufiger von »Propaganda« und Förderung der »allgemeinen Verblödung«. Dass die sogenannten Qualitätsmedien dabei federführend agieren, ist für sich genommen erstaunlich, zeigt aber, wie krank die Zustände sind.

Fakt ist, dass im Raum des thüringischen Truppenübungsplatzes Ohrdruf seit den 1930er-Jahren Bauarbeiten liefen, um Untertageanlagen zu schaffen, die besonderen Forschungen dienen sollten, nachdem bereits in den 1920er-Jahren im Umfeld der Stadt Ilmenau die Reichswehr hochgeheime Maßnahmen ergriffen hatte, um die Bestimmungen des Versailler Diktats zu umgehen. Die Deutsche Kriegsmarine entwickelte dort im Untergrund nicht nur die U-Boot-Waffe weiter, sondern betrieb auch andere Untersuchungen im näheren und weiteren Umfeld, die ungewollterweise im Jahre 1924 zu einer Explosion nahe des kleinen Örtchens München (nicht zu verwechseln mit der bayerischen Landeshauptstadt) führten, in deren Folge man sich mit der Atomforschung näher zu beschäftigen begann. Leider ist hier nicht der Platz, über alles zu berichten.

 

 Denjenigen, die dem Thema gegenüber ablehnend eingestellt sind oder skeptisch bleiben, aber auch jenen, die selbst recherchieren, gebe ich einen weiteren Hinweis: Zwischen den thüringischen Gemeinden Luisenthal und Crawinkel liegt – nicht allzu weit vom Truppenübungsplatz Ohrdruf entfernt – der Kienberg. Würde man diesen Berg mit den heute verfügbaren modernsten wissenschaftlichen Ausrüstungen untersuchen, besser noch einen Satelliten-3D-Scan realisieren, könnte man das finden, was andere und meine Wenigkeit seit Jahren behaupten: eine der Forschungsstätten, die das Material für die deutsche Atomwaffe lieferten. Vor gar nicht allzu langer Zeit stieß ein Bohrteam bereits auf etwas, was es nach offizieller Lesart gar nicht hätte geben dürfen in 30 Metern Tiefe: Beton. (Der entsprechende Bohrbericht liegt vor.) Warum hat man die Arbeiten nicht fortgesetzt? Kein Geld, keine Lust, kein Rückgrat?

Von Skeptikern hört man immer nur Behauptungen, warum etwas nicht so oder so gewesen sein kann. Wann werden sich diese Personen einmal organisieren, Geld beschaffen und umfangreichste Forschungen vornehmen, um das, was andere und ich behaupten, endgültig zu widerlegen? Natürlich werden sie nichts dergleichen tun, denn die Gefahr, doch auf etwas Ungewöhnliches zu stoßen, ist viel zu groß. Zudem ist es viel gemütlicher, vom Schreibtisch aus zu agieren und alle, die etwas Gegenteiliges tun und nach der Wahrheit suchen, in Bausch und Bogen zu verdammen. Indes haben die »Erbsenzähler« neue Informationen, neue Erkenntnisse und damit das, was man allgemein Fortschritt zu nennen pflegt, noch nie verhindern können. Das lässt hoffen, dass es auch diesmal so sein wird – und daran wird auch die Propaganda der Medien nichts ändern, deren Vertreter ohnehin nur zeigen, wie faktenresistent und wahrheitsfürchtend sie sind.

Quellenverweise:

(1) Artikel »›Heisenberg-Würfel‹ verrät Details über Hitlers Atomprogramm«; www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-614227,00.html

(2) Artikel »Atomare Detektive« (25. März 2009), siehe dazu: www.welt.de/welt_print/article3439012/Atomare-Detektive.html

info.kopp-verlag.de/news/unsere-taegliche-verdummung-durch-qualitaetsmedien-wissenschaftliche-untersuchungen-falsche-schlus.html

Veröffentlicht in Geschichte

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